FEMINISTISCHE MÄRCHENADAPTION // 2020



Die Installation karikiert eines der intimsten und umkämpftesten gesellschaftlichen Verhältnisse: Die polarisierte Geschlechterordnung der Moderne. In Märchen wird der Mann – getreu des klassischen Rollenbildes – als auserwählter Held dargestellt, der die gefangene und in Not geratene jungfräuliche Prinzessin rettet. Die Arbeit ergründet dieses Klischee, indem sie die psychologischen Hintergründe ödipaler Thematik, die in Märchen verhandelt werden, aufgreift. Die Material- und Puppenauswahl der Installation legt Zeugnis davon ab und weist somit auf die Verknüpfung der kapitalistischen Produktionsweise in der Spätmoderne und binärer Geschlechterrollen hin. Durch die Überspitzung der mit bildhauerischen Mitteln umgesetzten Märchenadaption wird diese klassische Erzählung feministisch gebrochen.


Feministische Märchenadaption, Installation,
300 mm x 300 mm x 1700 mm und 300 x 300 mm x 1900 mm
(Barbie-Puppen, Fruchtgummies, Lampenschirm, Industriescheiben, Klebeband,
Epoxidharz, Lack, Pelz, Scherbe, Glasdom, Goldfolie, Projektorenglas, Dose)
Halle Saale 2020 © Maria Mandalka