Sternfahrt. Eine Traumsequenz.


Ähnlichkeiten herzustellen ist Teil der menschlichen Natur. Die Installation „Sternfahrt“ lädt die Besucher:innen dazu ein, die Bedeutung dieser anthropologischen Konstante zu hinterfragen.

Auf den Spuren der Magie über die Analogien der Welt bewegt sich die Arbeit auf einem Terrain, das die Möglichkeiten unseres Vorstellungsvermögen untersucht. Die Installation zeigt eine analoge umgesetzte Projektion, die entstanden ist nach einem Traum, der nicht auf seinen Wahrheitsgehalt prüfbar ist. Ein Schiff, welches das Totenreich betritt mit einer Protagonistin, die einen Verstorbenen hinüber begleitet und verabschiedet. Die Bezüge weisen darauf hin, dass es Dinge gibt, die man nicht greifen kann. Die vom Schiff durchquerten metallischen Sternpolygone, die in der Arbeit als kohärente Wegweiser fungieren, weisen auf die Auseinandersetzung mit der Fragestellung hin, ob ein vorgefertigter Lebensplan wie ihn Religionen vorhersehen, existiert. Die Diplomarbeit beschreibt durch ihre Aufmachung zwei Zugänge zur Wahrnehmung, die in Beziehung zueinander gestellt werden. Einerseits den Umgang der direkten sakralen, ikonografischen Darstellung und Wirksamkeit eines Bildes und anderseits die diskursive Reflexionsmöglichkeit des Raumes durch Anschauung von Perspektive, Form und Plastik.

Plastik und Bild, Symbol und geometrischer Raum stehen sich in der Arbeit streng gegenüber. Sie beinhalten sowohl zueinander als auch inklusiv Schnittstellen von Analogiebildungsmöglichkeiten, die über den Vergleich mindestens zweier Verhältnisse zum Ausdruck kommen. Da sowohl als auch die oben genannten Aspekte bei beiden vorhanden sind, ist es unmöglich, eine klare Trennlinie beider Teile voneinander aufzuweisen sowie herstellen zu können. So vermag das eine Objekt eher in die Kategorie der direkten Wirksamkeit eingeordnet werden und das andere in die der diskursiven Sphäre. Die Arbeit stellt damit eine abstrakte Form eines Gleichnisses dar und erzählt von der Erkenntnis jeden Individuums nicht vollkommen zu sein, sondern Vollkommenheit nur in Synthese der Analogiebildung und Nachbarschaft mit anderen Menschen zu finden.


Sternfahrt. Eine Traumsequenz. (Totenschiff 3000 mm x 3000 mm, Holz, Stoff, Gaze, Pigment, Viskoseacrylfarbe) (Wegweiser: Aluminiumbleche 15 mm, No.1 1400 mm x 2200 mm, No.2 1300 mm x 1600 mm , No.3 1500 mm x 2400 mm) Mitteldeutsches Medienzentrum, Halle (Saale) 2019 © Fotos: Maria Mandalka