KALEIDOSKOP – Experiment Landschaft // 2015



Durch proportionale und mathematische Bezüge knüpft die Arbeit inhaltlich an die Wissenschaft des vitruvianischen Menschenbildes an.

Mächtig, fast bedrohlich schwebt das Rad über dem Betrachtenden. Gleichzeitig wirkt es filigran zwischen den großen Fichten des Schwarzwaldes. Merkwürdig, rätselhaft, mystisch, schön, die Installation eröffnen viele Assoziationsräume. Acht Kreissegmente teilen den Himmel in ein geometrisches Spiel von innen nach außen, bis hin zu den drei Fichten, die sich in den Raum einfügen. In der Mitte des Rades führt senkrecht ein länglicher, beweglicher sechskantiger Holzkörper, der am oberen Ende eine Glaskugel trägt und am unteren Ende eine Öffnung zum Hindurchschauen freigibt zum Besucher. Ein Wechselspiel von Licht und Schatten wird in dem Hohlkörper, in dem das Bild mehrfach gespiegelt wird, aufgeführt: Ein Spiel mit der Illusion und der Möglichkeit die Natur auf eine andere Art und Weise zu betrachten. Durch den Blick in das Kaleidoskop wird die Wahrnehmung zum Träger eines Bildes.

Die Installation ist im Kontext des Skulpturenprojektes „Experiment Landschaft – Kunst in Herrenwies“ im Sommer 2015 realisiert worden. Dabei handelte es sich um ein klasseninternes Projekt mit dem Kunstverein Herrenwies, bei dem acht Studierende aus der Bildhauerklasse Schwerpunkt/Metall der Burg Giebichenstein von einer Jury ausgewählt wurden, um ihre Entwürfe auf einem Kunstpfard umzusetzen. Die Grundidee des Projektes war es, in experimenteller Form aktuelle künstlerische Lösungen für den Umgang mit der Natur zu finden.

Kaleidoskopia, Experiment Landschaft, Installation,
1800 mm x 1800 mm (Materialien: Stahl, Messing, Glas, Eiche, Spiegel) Schwarzwald 2015
© Fotos: Maria Mandalka